Golf auf Guernsey und in Nordfrankreich

Bevor sich jemand fragt, was denn zum Teufel dieses Guernsey ist: das ist eine bezaubernde kleine Kanalinsel zwischen der Bretagne und England, die aber ein eigenständiger Staat ist (mit eigenen Pfundnoten und eigenen Briefmarken und ohne nennenswerte Steuern :-) ). Diese Insel hat mich dann aus einem Roman heraus vor Jahren mal inspiriert, dort auch mal Urlaub zu machen. Geht natürlich nur, weil es dort, obwohl die Insel klitzeklein und keine Distanz per Navi größer als 10 Minuten ist, drei Golfplätze gibt! Ein eher wenig spektakulärer 9-Loch Platz (St. Pierre Park), ein sehr schöner zum Hotel La Grande Mare gehörender Platz mit 18 Löchern und natürlich der Links Course des Royal Guernsey Golf Club. Man kann sich also neben spannenden Klippenwanderwegen und der wunderschönen Haupt- und Hafenstadt St. Peter Port durchaus standesgemäß beschäftigen. Wie bereits erwähnt, St. Pierre Park lohnt nicht wirklich, dafür aber war wegen Bauarbeiten an der Zufahrtsstraße (?) das Greenfee auf 7,50£ reduziert.

La Grande Mare ist ein hübsch angelegter und anspruchsvoller Platz. Wenn man einen richtig guten Schlag gehabt hat, muss man leider davon ausgehen, dass der Ball in irgendeinem Wasserhindernis liegt. Aber gut, das Spiel wurde von zwei amüsanten jungen Engländern sowieso in der Hintergrund gedrängt. Selten so planlose Spielabfolge und Schusseligkeit erlebt. Warum auch dem Freund direkt zum Abschlag folgen, wenn man auch erstmal auf ihn warten kann, sich dann fünf Minuten zur Entscheidung für einen Schläger gönnt, zum Abschlag läuft (langsam), nur um dann seelenruhig wieder zurück zu kommen, um einen anderen Schläger zu nehmen? Deutsche Effizienz wird ja auch überbewertet! Als derselbe Mitspieler dann irgendwann seinen Trolley erstmal im Rough stehen ließ, und sich erst nach meinem kurzen Hinweis daran erinnerte, dass er den (ja richtig) eben noch hatte, musste ich mich wirklich bemühen, nicht laut zu lachen. Die Jungs ware sonst natürlich super nett! Greenfee wochentags 49£.

Der Royal Guernsey Golf Club ist im Gegensatz zu La Grande Mare auch mal wieder durch Steigungen geprägt. Außerdem prägen die kleinen Wehrtürme (nicht nur aus der deutschen Besatzungszeit) das Bild, was die Szenerie sehr spannend wirken lässt. Zudem queren den Platz an vielen Stellen regulär befahrene Straßen, und Aussage des mitspielenden Mitglieds, jeden Tag trifft es ein Auto. Lustig! Und in Deutschland natürlich undenkbar. Greenfee 50£, da ich aber mit u.a. einem Mitglied gespielt habe nur 35£ (die Insulaner sind sowieso sehr nett und freundlich zu Touristen).

Wenn man das ganze Golfequipment im eigenen Auto dann eh schon dabei hat (inkl. bewundernder Komplimente zum Trolley, ein Clicgear), kann man auch auf der Reise durch den Norden Frankreichs natürlich nochmal ein bisschen spielen. Hervorheben möchte ich da den Golf d’Houlgate Golfclub in der Nähe von Honfleur und Deauville, aber direkt neben dem niedlichen Sommerferienort Villers-sur-mer. Während unserer Golfreise 2008 haben wir auch am Tegernsee den Club Margarethenhof gespielt. Und etliche Höhenmeter zurückgelegt. Erwartet man da ja auch. Dass ich das in der Normandie aber einplanen muss, davon konnte ich nicht ausgehen! Die ersten neun Löcher waren davon geprägt, den Trolley auf Zehenspitzen und Ballen nach oben zu schieben. Bremse funktionierte natürlich nur, wenn man ihn seitwärts zum Hang abstellte. Von den hängenden Fairways will ich gar nicht reden. Ich dachte mal, Ratingen wäre da der Vorreiter… Die landschaftliche Kulisse und die zweiten neun Löcher, die deutlich flacher sind, lassen einen aber die Anstrenungen wieder vergessen. Ich werde also auch diesen Platz gerne noch einmal spielen! Greenfee 49€.

Aber bevor ich das nächste Mal nach Guernsey fahre, teste ich die etwas größere Kanalinsel Jersey. Da gibt es sogar sechs Golfplätze ;-)

Dieser Artikel wurde geschrieben von linchen

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